Am Barbaratag

Warum am 4. Dezember an Barbara der Oberndorfer Krampus- und Perchtenlauf stattfindet

Heilige BarbaraAls Zeit ihres Martyriums nennt die Legende die Regierungszeit des Christenverfolgers und Kaiser Maximilian (gest. 310) und als ihren Lebensraum Nikomedia (heute Izmit). Die Legende erzählt, dass sie ihr heidnischer Vater Dioskuros in einen Turm sperren ließ, wo sie als Symbol der Dreifaltigkeit Gottes ein drittes Fenster ausbrechen ließ. Als Christin verfolgt wird sie von ihrem eigenen Vater enthauptet. Vor ihrem Tod hatte Barbara die Verheißung erhalten, dass niemand, der sie anruft, ohne Sakramentenempfang stirbt. In Zeiten, in denen die Menschen von einem strengen Richtergott ausgingen, war das tägliche Gebet zur hl. Barbara aus diesem Grund zwingend. Dies erklärt auch die hohe Popularität der Heiligen fast bis in unsere Tage. Die zunächst nur in der Ostkirche verehrte Barbara wird um 700 auch im Westen bekannt. Um 1000 herum sollen ihre Gebeine nach Venedig gekommen sein und von dort in das Kloster S. Giovanni in Torcello. Die mittelalterliche Verehrung belegt Barbaraspiele ebenso wie weitverbreitete künstlerische Darstellungen meist mit Turm und Kelch, aber auch mit Hammer, Fackel, und Schwert als Marterinstrumente, später mit Bergwerkzeug und sogar mit Kanonenkugeln. Seit dem 14. Jahrhundert wurden die Bergbaugebiete in Sachsen, Schlesien und Böhmen besondere Kultlandschaften der hl. Barbara. Die Bergleute begingen früher den 4. Dezember als Feiertag mit Hochamt und festlichem Mahl. Barbara gilt als Patron der Sterbenden, der Bergleute, der Baumeister, Turmwächter, Feuerwehrleute und Glockengießer. Schon in vorchristlicher Zeit war der 4. Dezember ein besonderer Tag: Frau Holle Bertha, Frau Perchta, Holda und andere verzauberten Gestalten erschreckten an diesem Tag die Menschen. So verfolgten z.B. in Oberfranken mit Fetzen verkleidete Burschen, sogenannte "Bärbeli", nach Einbruch der Dunkelheit die Mädchen, die noch außer Haus waren, schimpften sie und schlugen sie mit Ruten. Der Barbaratag war auch ein Lostag, an dem man gerne die Zukunft befragte. Angeblich konnte jeder, der um Mitternacht an einer einsamen Kreuzung lauschen ging, das hören, was das kommende Jahr bringen wird.

DAS WETTERORAKEL ZUM BARBARATAG BESAGT:

Gibt St. Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen.