Vereinschronik

Unsere Vereinskurzchronik

"Schöffleut-Pass Oberndorf" Vereinigung eines winterlichen Brauchtums mit Wesen alter Sagen und Geschichten die auf wahren Begebenheiten berufen.

Brauchtum der Schöffleute

Bis zum Eisenbahnbau (1866) war die Salzach der wichtigste Transportweg Salzburgs. Die Schöffleute, wie die Salzschiffer genannt wurden, führten die nicht ungefährlichen Salztransporte durch, was ihnen aber gute Verdienste und eine hohe gesellschaftliche Stellung einbrachte. Da es aber kein soziales Netz wie heute gab, mussten sie alljährlich zwischen dem Rupertitag und dem Wiederbeginn der Salzschifffahrt im Frühjahr für Einkünfte sorgen. Sie pflegten den Brauch... Nikologartl, schnitzten Krippen, gingen Sternsingen oder zogen mit ihrem Schöffleuttheater von Dorf zu Dorf.

Vereinsgründung Schöffleut-Pass Oberndorf

Die Oberndorfer Schöffleut-Pass entstand aus einer Krampusgruppe, die im November 1993 von Wolfgang Oberer gegründet wurde. Anfangs waren es drei Maskenträger mit selbst geschnitzten Holzmasken. Mittlerweile ist sie zu einer Gruppe von 22 Vereinsmitgliedern herangewachsen. Zu den Figuren der Vereinigung hat sich der Obmann und Maskenschnitzer Oberer Wolfgang die Schiffersagen und Salzachgeister als Vorbild genommen. Die Vorstellungskraft des Schnitzers lässt heute die Geister, Teufel und Hexen der alten Sagen zum Leben erwachen. Zu den wichtigsten Figuren der Vereinigung zählen: Der Nikolaus: Schutzpatron der Schiffer und Flößer Die Geister der Salzach: der geisterhafte Plättentränker, der Osing-Teufel, der wilde Gjaid, 1757 der Feuer-Teufel von der Altach, der Nockenteufel, der auf den Hungersteinen saß, der Scharfrichter Wohlmut; Galgenteufel vom Galgenbergl und der Schlakars, der 1845 im Kapuzinerhof mit dem Leibhaftigen zusammentraf. Die Salzach-Hexe: Luderlin; 1822 Luderlin vom Krieplmannshaus, die Weiße Frau, die mit zwei Ziegenböcken durchs Riedlhaus zog. Die Toifi-Treß oder Gimplin: das böse Weib von der Altach. Die Schaberl Thres: 1267 die Drud von der Altach. Die Schindler Bärbele: die 1670 als letzte Hexe im Salzburger Land verbrannt wurde. Der Damm Hans`l: der immer auf der Schotterbank bei der Salzachschleife zur Sommersonnenwende verbrannt wird.

Die Schöffleut-Pass hat sich zur Aufgabe gemacht:

Während der Krampus-Zeit (um den 5. Dezember.) ziehen die Salzach-Hexen und die Geister der Salzach von Dorf zu Dorf und beschenken brave Kinder, während der Osing-Teufel mahnend und strafend zur Seite steht.

Immer zum 4. Dezember ...

organisiert der Obmann der Schöffleut-Pass einen Krampus- und Perchtenlauf. Viele Vereine und Masken aus dem Flachgau und dem Innergebirge treiben auf der Brückenstraße Oberndorf ihr Unwesen. Der Obmann und seine Freunde knüpfen damit an die alte Schiffertradition an und beleben einen alten Brauch neu.

In den Rau- und Perchtennächten ...

vertreiben die Salzach-Hexen und der Osing-Teufel alles Böse, während die übrigen Salzachgeister mit dem Schellengebimmel und dem Pferdeschweif für Glück auf der Salzach und Fruchtbarkeit im Lande sorgen.